Optionsstrategie auf den S&P500 – profitabel?

Bereits seit mehreren Jahren gibt es Investmentfonds, deren primäre Anlagestrategie auf der Einnahme von Optionsprämien basiert. Vor allem Strategien gedeckter Kaufoptionen (Coverd Call Writing bzw. Buy-Write-Strategien) werden seit nun fast 20 Jahren gehandelt und weisen somit auch einen dementsprechenden Track Record auf. Zu nennen ist hier bspw. der Nuveen S&P Buy-Write Income Fund, welcher im Jahr 2004 aufgelegt wurde und nun fast 1,5 Mrd US-Dollar verwaltet.

Weniger bekannt sind sogenannten Put-Write-Strategien, die lediglich Verkaufsoptionen handeln. Diese Strategien weisen zudem auch noch nicht einen allzu langen Track Record auf.

Die Einnahme von Optionsprämien, nebst Dividenden, P2P-Krediten o.ä., ist mittlerweile auch bei vielen Privatanlegern ein weiteres Standbein zur Diversifikation der eigenen Einnahmen geworden. In diesem Artikel soll nun anhand einer Studie die langfristige Performance der oben genannten Optionsstrategien aufgezeigt werden.

Evidenz durch empirische Studien

Um die Profitabilität von Buy-Write- und Put-Write-Strategien untersuchen zu können, muss auf einen Optionsstrategie-Index zurückgegriffen werden. Auf einen Track Reckord zurückzugreifen eignet sich nicht sonderlich, da a) keine wirkliche Anlagetransparenz gegeben ist und b) die Historie in vielen Fällen auch noch nicht lang genug ist um ausreichend Rückschlüsse daraus zu ziehen.

Die Chicago Board Options Exchange berechnet verschiedene Optionsstrategie-Indizes, bei denen die Berechnung sehr transparent und die Historie ausreichend lang ist. In einer Studie von Black und Szado aus dem Jahr 2016 wurden zwei verschiedene Optionsstrategie-Indizes mit dem S&P500 verglichen.

Der Cboe S&P 500 Buy-Write-Index (BXM) ist ein Benchmark-Index, der die Performance einer hypothetischen Buy-Write-Strategie auf den S&P 500 abbilden soll.

Der BXM ist ein passiver Total-Return-Index, der auf (1) dem Kauf eines S&P 500-Aktienindexportfolios und (2) dem “Schreiben” (oder Verkaufen) der kurzfristigen “gedeckten” Call-Option auf den S&P 500 basiert, in der Regel am dritten Freitag eines jeden Monats. Der geschriebene SPX-Call hat etwa einen Monat Restlaufzeit bis zum Verfall, mit einem Ausübungspreis knapp über dem aktuellen Indexstand (d.h. leicht aus dem Geld). Der SPX-Call wird bis zum Verfall gehalten und bar abgewickelt. Zu diesem Zeitpunkt wird ein neuer einmonatiger, at-the-money Call geschrieben.

Quelle: CBOE

Der Cboe S&P 500 Put-Write-Index (PUT) bildet den Wert eines hypothetischen Portfolios von Wertpapieren ab, das ein gepuffertes Engagement in den Renditen des S&P 500 bietet. Das PUT-Portfolio besteht aus ein- und dreimonatigen Treasury Bills und einer Short-Position in at-the-money Put-Optionen auf den S&P 500. Die Anzahl der verkauften Puts wird so gewählt, dass der Wert des Portfolios nicht negativ wird, sobald das Portfolio neu gewichtet wird. Das PUT-Portfolio wird monatlich neu gewichtet, normalerweise am dritten Freitag des Monats, wenn die SPX-Optionen auslaufen. Es wird dann eine neue Anzahl von Puts verkauft.

Quelle: CBOE

Beide geannten Indizes wurde bis ins Jahr 1986 zurückgerechnet und ermöglichen so einen langfristigen Performancevergleich mit dem S&P500.

Performance beider Prämienstrategien

Die folgende Tabelle gibt einen guten Überblick über die Performance beider Strategien sowie den S&P500.

Index Annualisierte Rendite Annualisierte Volatilität Sharpe Ratio Max. Drawdown

S&P500

9,9%

15,3%

0,48

-51,0%

S&P500 Put-Write-Index

10,1%

10,2%

0,69

-32,7%

S&P500 Buy-Write-Index

8,9%

10,9%

0,55

-35,8%

Besonders gut schneidet die Put-Write-Strategie ab, die im betrachteten Zeitraum sogar besser performt als der reine S&P500 Total Return Index. Die Antwort auf die Frage wieso die Put-Write-Strategie besser abschneidet als die Buy-Write, lässt sich aus ökonomischen Gesichtspunkten plausibel erläutern.

Wieso funktioniert die Strategie?

Im Gegensatz zu Calls stellen Puts Versicherungsprodukte dar, mit denen sich Anleger gegen Kursrückgänge absichern können. Gerade deshalb besteht nach out-the-money (OTM) Puts eine systematische Nachfrage, da so ein Portfolio kostengünstiger abgesichert werden kann als bspw. mit in-the-money (ITM) oder at-the-money (ATM) Puts. Diese günstigeren OTM Puts schützen dennoch das Portfolio vor allzu großen Verlusten während Marktrückgängen. Bei einem Optionskontrakt muss jedoch immer jemand die Gegenposition einnehmen und gerade bei den OTM Puts, die sich durch hohe Marginanforderungen sowie ein gewisses Risiko auszeichen, sind nur wenige Anleger bereit diese Position einzunehmen. Diese Optionen weisen zudem im Mittel eine implizite Volatilität aus, die sich systematisch oberhalb der historischen Volatilität bewegt. Diese implizite Volatilität hat einen großen Einfluss auf die Höhe der Optionsprämie.

Im Vergleich mit dem S&P500 konten beide Strategien während schwachen, ruhigen und leicht steigenden Marktphasen glänzen. In Haussezeiten blieb die Performance jedoch zurück.

Was ist mit dem Risiko?

Neben der erwarteten Rendite spielt natürlich immer noch das Risiko ein große Rolle, doch auch in diesem Bereich schnitten beide Optionsstrategie-Indizes gut ab. Die Volatilitäten beider Indizes liegen deutlich unter der des S&P500, weshalb auch die Sharpe Ratios beider Strategien höher sind.

Zusammenfassung und Fazit

Historisch betrachtet hat der systematische Verkauf von Put- und/oder Call-Optionen gute Ergebnisse geliefert. Insbesondere das Schreiben von cashgedeckten Verkaufsoptionen hatte im betrachteten Zeitraum eine äußerst gute Performance abgeliefert. Die CBOE bietet neben den Optionsstrategie-Indizes auf den S&P500 auch noch weitere an wie bspw. auf den Russell 2000, den amerikanischen Nebenwerteindex. Das Ergebnis dieser Optionsstrategie ist ebenfalls positiv. Ein Blick in die Datenbank, die auch einen Performancevergleich bietet, sollte sich also für alle Optionshändler lohnen.

 

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